Auch Offshore-Windausbau muss technische und wirtschaftliche Grenzen anerkennen

Stromkunden dürfen nicht für Probleme zwischen Stromnetz¬betreibern und Windparkbetreibern zur Kasse gebeten werden, so der VIK, die Interessenvertretung industrieller und gewerblicher Stromkunden. Derzeit soll unter dem harmlos scheinenden Stichwort „Haftungsregelung“ eine große Umschichtung möglicher Kosten für die Nicht-Anbindung, die zu späte Anbindung oder sonstige Störungen im Zusammenhang mit der netztechnischen Anbindung von Offshore-Windparks Gesetz werden, die die Netzkunden in nicht akzeptabler Weise belasten würde.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie muss sich nach den Möglichkeiten richten, in deren Rahmen solche Parks ans Stromnetz angeschlossen werden können. „Windparks vor der Küste zu errichten, ist kein Selbstzweck. Wenn es den Netzbetreibern nicht möglich ist, die Parks in der Geschwindigkeit ans Stromnetz anzuschließen, in der sie errichtet werden, dann muss sich entweder die Ausbaugeschwindigkeit den Möglichkeiten der Anschlussgeschwindigkeit anpassen oder die Netzbetreiber müssen ihre Anschlussgeschwindigkeit erhöhen. In keinem Fall aber darf der Stromkunde für zu schnelle Ausbaupläne oder zu geringe Anschlussgeschwindigkeit zur Kasse gebeten werden, um die Gewinne der Windparkbetreiber auch ohne Stromeinspeisung sicher zu stellen“, so Dr. Annette Loske, Hauptgeschäftsführerin des VIK. Windpark- und Netzbetreiber könnten ansonsten Verträge zur Einbindung von Offshore-Windparks miteinander eingehen, egal wie unrealistisch der dabei vereinbarte Zeitplan ist. Im Zweifel müssten dann die an dem Vertrag vollkommen unbeteiligten Stromkunden für die bei Anschlussverzögerungen entstehenden Schäden finanziell haften.

Die Energiewende ist gerade beim Ausbau von erneuerbaren Stromerzeugungs­kapazitäten auf einem stabilen Weg. Unnötige Geschenke, die das Ganze für die Stromkunden noch teurer machen, müssen daher vermieden werden. Andernfalls würde darunter die Volkswirtschaft ebenso leiden wie die Unterstützung für das Projekt Energiewende insgesamt.