Deutsche Stromkunden subventionieren europäische Strompreise

Deutsche Haushalte und Unternehmen bezahlen für preiswerten Strom ihrer europäischen Nachbarn. Nur deutsche Stromkunden bezahlen die EEG-Umlage, die zur Förderung der erneuerbaren Energien erhoben wird. Da dieser Strom dann zu extrem niedrigen Preisen an der Börse angeboten wird, ergibt sich im Ergebnis eine gewisse preissenkende Wirkung, die allerdings von den deutschen Verbrauchern überteuer bezahlt wurde, so der VIK, die Interessenvertretung industrieller und gewerblicher Energiekunden. Was für die Privatverbraucher noch als Vorteil gewertet werden kann, wird für in Deutschland ansässige Unternehmen zu einem selbstfinanzierten Wettbewerbsnachteil. Denn einerseits durchs EEG zusätzlich belastet, finanzieren sie auch noch einen im Ergebnis bei den europäischen Wettbewerbern günstigeren Strompreis.

Angesichts der Schaffung eines europäischen Strombinnenmarktes werden positive Strompreiseffekte des EEG genauso in die anderen EU-Staaten exportiert wie große Mengen bei uns nicht nutzbaren Stroms. „Die vielfach behaupteten Preis senkenden Vorteile durch EEG-Strom wandern so ebenfalls ins europäische Ausland und kommen unseren Wettbewerbern zugute. Bezahlen aber müssen wir in Deutschland allein“, so Dr. Annette Loske, Hauptgeschäftsführerin des VIK.

Diese Konsequenz der EEG-Förderung ist bisher selten diskutiert worden, zeigt aber deutlich: Eine Weiterentwicklung des EEG zugunsten des Standortes Deutschland und seiner Unternehmen ist unverzichtbar. „Die Fortführung der besonderen Ausgleichsregelung zum Ausgleich der Wettbewerbsnachteile für energieintensive Unternehmen und für deren Arbeitsplätze muss dabei ein zentraler Eckpfeiler auch einer Neuregelung des EEG sein“, so Dr. Annette Loske weiter.