Rückblick: 75. VIK Jahrestagung

Klimapositive Transformation – Die Industrie steht in den Startlöchern.

Auf unserer 75. VIK-Jahrestagung am 24. November im Allianz Forum am Brandenburger Tor gab es viel Gesprächsstoff. Die Industrie ist für ihre Transformation bereit und braucht dringend die nötigen Rahmenbedingungen. Mit unseren Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben wir den Weg weiter geebnet und klare Forderungen diskutiert.

Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten darüber, wie Deutschland in Zukunft seine Energieversorgung sichert, den Weg für den Hochlauf einer CO2-Kreislaufwirtschaft frei macht und welche Maßnahmen es braucht, um zukunftssicher und gestärkt aus der Krise herauszukommen.

Gleich zu Beginn der Sitzung steckte Hauptgeschäftsführer Christian Seyfert in seiner Begrüßung die wichtigsten Themenfelder ab und übergab das Wort an unseren Vorstandsvorsitzenden Gilles Le Van. Dieser vertiefte in der Eröffnungsrede die drängenden Fragen der energieintensiven Industrie, zeichnete ein großes Gesamtbild der aktuellen Lage und warf den Blick nach vorn. In drei Zeitphasen unterteilt, erläuterte er, wie Unternehmen und Wirtschaft, nationale und europäische Ebene sowie Erzeuger und Verbrauchen gemeinsam handeln müssen, um eine erfolgreiche Transformation unserer Industrie zu bewältigen. Die Notwendigkeit dieser gemeinsamen Zusammenarbeit wurde direkt im Anschluss noch einmal von EU-Kommissar Thierry Breton in seiner Grußbotschaft bekräftigt.

Im Anschluss wurde direkt zu konkreten Fragestellungen übergegangen. Bundesnetzagenturchef Klaus Müller gab den Zuhörern eine aktuelle Lageeinschätzung, erläuterte die Arbeit seiner Behörde und stellte mögliche Szenarien dar. In der folgenden Podiumsdiskussion stellte er sich kritischen Fragen und diskutierte mit Vertretern von Bundesregierung, Parlament und Industrie, wie die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland und Europa weiterentwickelt werden kann.

Die Themen Carbon Capture and Storage und Carbon Capture and Utilization als ein zentraler Baustein zur Erreichung von Klimaneutralität, wurde in einem weiteren Impulsvortrag und dem folgenden Panel umfangreich diskutiert. Die Teilnehmer erörterten Möglichkeiten, Voraussetzungen und bürokratische Hürden einer Carbonmanagementstrategie. Die verschiedenen Aspekte wurde in einem Workshop am Nachmittag weiter vertieft und anhand der Zwischenergebnisse der gleichnamigen VIK-Projektgruppe besprochen.

Ein anderer Bereich, welcher vielen Mitgliedern auf den Nägeln brennt, ist die sichere Stromversorgung mittels grüner Power Purchase Agreements (PPA). Hier wurden an einem best practise case die praktische Umsetzung und verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten solcher Verträge erläutert.

Da sich der VIK seit seiner Gründung als ein branchenübergreifender Verband versteht, ist es uns stets besonders wichtig, Vertreter aus möglichst allen Bereichen der energieintensiven Industrie zu Wort kommen zu lassen. In mehreren Keynotes gaben Vertreter unserer Mitglieder eindrucksvolle und anschauliche Einblick in die Situation ihrer Unternehmen und Branchen.

Ein spannender Vortrag zum Energiefinanzierungsgesetz gab den Rahmen für die folgende Gesprächsrunde zu Beihilfen und Gegenleistungen. Dieses sehr facettenreiche Thema ist in seiner Aktualität kaum zu überschätzen. Die Diskussion fokussierte sich schnell auf die aktuellen EU-Beihilferichtlinien und besprach deren Auswirkungen bzw. Unvereinbarkeit mit den geplanten Preisbremsen für Erdgas, Wärme und Strom.

Zum Abschluss des Abends begrüßten wir den Oppositionsführer Friedrich Merz auf der Bühne, bevor er sich gemeinsam mit Herrn Dr. Martin Wansleben den Fragen der Moderatorin und des Publikums stellte. In seiner Rede zeigte er Wege auf, die aus seiner Sicht notwendig sind, um die deutsche Industrie zukunftssicher und wettbewerbsfähig zu machen. Er betonte, wie wichtig die Industrie für Deutschland, den Wohlstandserhalt und das Sozialsystem ist. Für einen krisensicheren Industriestandort in Deutschland stellte Herr Merz drei Voraussetzungen in den Mittelpunkt: Es braucht Fachkräfte, Energie und Kapital.

In den intensiven Diskussionen, praktischen Workshops und persönlichen Gesprächen, fand über den gesamten Tag ein branchenübergreifender und fachlich tiefgründiger Austausch statt. Wir sind uns einig und die Forderung an die Politik ist eindeutig: Hemmnisse und Blockaden der Politik müssen zügig abgebaut werden, damit die Transformation der Industrie, besonders in Hinblick auf die Klimaziele, rechtzeitig gelingen kann.

Wir möchten uns bei unseren Mitgliedern und Gäste ganz herzlich für ihre aktive Teilnahme und Unterstützung bedanken. Insbesondere den vielen hochkarätigen Rednern und Panelisten verdanken wir, dass die anspruchsvollen Diskussionen auf einem so hohen fachlichen Niveau geführt wurden und die Veranstaltung allen Teilnehmern einen so umfangreichen Input liefern konnte. In diesem Zusammenhang freut es uns besonders, dass wir wieder einmal den direkten Fachdialog mit Vertretern der verschieden politischen Ebenen führen konnten.

Eindrücke unserer 75. VIK-Jahrestagung: